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„Eyah!"
- so lautet der Titel unserer CD und des aktuellen Programmes, in dem die unterschiedlichen
Musikstile des deutschen, keltischen und amerikanischen Folk, der Bordun-
und Mittelaltermusik, Song und Chanson zu einer abwechslungsreichen Melange
verschmelzen.
Gambrinus hat Lieder und
instrumentale Stücke zusammengestellt, die vom schlichten Volkslied über
satirische Lieder bis hin zum anspruchsvollen literarischen Song reichen. Tanzbare Instrumentals wechseln sich ab mit melancholischen Weisen und
humorvollen Songs, zum Teil in Sprachen wie Languedoc oder Bretonisch.
Vorgetragen werden die Lieder in
den verschiedensten Vokalkombinationen, oft im bis zu vierstimmigen
Satzgesang, gern auch a-capella, meist mit einem Augenzwinkern und
immer mit viel Spielfreude.
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Programm
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Diese beiden
zusammengefügten Instrumentalstücke kennen wir von der LP „Two à roue“
von Jake Walton (ein
walisischer Liedermacher und Drehleierspieler) und
Jez Lowe aus den 80er Jahren, das
inzwischen über Waltons Website endlich auf CD erhältlich ist.
Wir spielen die Tänze in einer Kombination aus Altdrehleier, Saxofon,
Blockflöte und Cister. Einen MP3-Track der Tänze gibt es auf
folkalley.com |
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Ein von
Morris
Rosenfeld (1861-1923), der als russischer Jude nach Amerika
emigirerte und wie viele europäische Juden dort sein Glück
suchte. Er arbeitete als Schneider und schrieb nebenbei Lyrik.
Viele seiner Gedichte wurden vertont und fanden Eingang in die
Folktradition. „Majn Rueplats“ ist sowohl ein Liebeslied als
auch Hymne der damals entstehenden Arbeiterbewegung. Einen
MP3-Track des Liedes gibt es auf
folkalley.com |
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Wochemaat in Kölle
trad. /
E. Stoklosa |
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Dieses
mittelalterliche Madrigal wurde von der Kölner Band Bläck Fööss
in die ripuarische Mundart übertragen. Vierstimmig sauschwer zu
singen, aber wenn‘s klappt, klingt dieses harmonische
Durcheinander der Marktschreier einfach großartig. |
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Ouwe
Walther von der Vogelweide
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Christine brachte uns dieses
besinnliche Lied aus der Feder des großen Minnesängers
Walther von der Vogelweide (1170—ca. 1230) bei. Es
zeigt sich, dass keltische Harfe und Alt-Drehleier (ohne
Schnarre - die gab's im Mittelalter noch nicht) eine wunderbare Ko-Existenz eingehen.
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Madame Goulou
Fritz Grasshoff /
Mathias Götze-Wittschier |
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Eine außergewöhnliche
Kunstgalerie betreibt Madame Goulou, der
Fritz Grasshoff
in seiner „Halunkenpostille“ ein Denkmal gesetzt hat. Mathias
hat diesen Song vertont, den er nicht nur mit Gambrinus sang,
sondern auch in einer Revue mit Chansons und Gedichten dieses zu
Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Lyrikers.
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Ade, mein Lieb
Robert Burns /
Renate Mitchell / trad.
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Ein Abschiedslied aus dem Jahre
1794, aus der Feder des großen schottischen Nationaldichtes Robert Burns
(1759–1796). Im Original heißt
es: “O my Luve's like a red, red rose, / That's newly sprung in June: / O
my Luve's like the melodie, / That's sweetly play'd in tune.“ Die deutsche Textübertragung
stammt Renate Mitchell. Uli hat dieses melancholische Lied Mitte der 80er
Jahre von der Gruppe „Liedehrlich” aus der damaligen DDR gehört, der seinerzeit
auch im westlichen Teil Deutschlands bekannte Liedermacher Stephan Krawczyk
angehörte. Wer sich näher mit dem Werk Robert Burns’ beschäftigen möchte, findet
hier reichlich Material: Robertburns.org.
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La
belle inconnue
Didier Champion
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Eine Komposition des
französischen Drehleierspielers Dider Champion aus der Auvergne, der dieses
Instrumentalstück mit seiner Gruppe „Les
Brayauds“ für die LP „Couleurs“ eingespielt hat. Auch in unserer Version ist
die Drehleier das Hauptinstrument, wobei sich die Begegnung mit der „schönen
Unbekannten“ zunächst
bedächtig langsam entwickelt, dann aber durchaus eine gewisse Steigerung
erfährt...
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Au diable les avocats
trad.
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Dieser Stoßseufzer stammt im
vorliegenden Falle nicht von einem Mandanten, sondern von einem jungen Mädchen.
Ihr Vater hat sie mit einem viel älteren Advokaten verheiratet, dem es zwar an
Virilität, dafür jedoch nicht an Kleingeld mangelt. Wir kennen dieses
traditionelle Stück von der frankokanandischen a-capella-Gruppe „Les
charbonniers de l‘enfer“ aus Quebec. Und die heizen wirklich höllisch…
Als Uli das Original einem französischen Bekannten vorspielte, war dessen
Reaktion: „Ooooh, mon dieu! Die
`abän abär eine furschtbarä Aksson!“
– dieser „furchtbare
Akzent“ ist nur noch zu
toppen, wenn eine deutsche Gruppe dieses Lied auf Französisch singt. Uns macht
es trotzdem großen Spaß.
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Tiny Fish for Japan
Stan Rogers
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Stan Rogers (1949-1983) gab
dem kanadischen Folksong durch seine oft historisch und lokal
geprägten Lieder eine neue Identität. Deshalb zählt er zu den
wichtigsten kanadischen Liedermachern . Sein Lied über die
Fischerei in den großen kanadischen Seen erzählt von dem harten
Alltag der Seeleute, die nur überleben können, wenn sie sich den
großen Companies verdingen und Fisch für den Export nach Japan
fangen. Mehr über Stan Rogers erfährt man hier: „Stan
Rogers—The Official Web Site“. |
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The
Water is Wide
Traditional
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Diese wunderbare Ballade ist
eine Variante des bekannten irischen Folksongs „Carrickfergus“.
Uli entdeckte diese Variante auf einer CD der Singer-/Songwriterin
Carla Bonoff, die den Song
Mitte der 80er Jahre zusammen mit James Taylor aufnahm. Nachdem
sich der Song wochenlang in Ulis Gehörgang festgesetzt hatte,
stelle er ihn seinen Mitmusikern vor. Und seitdem lieben wir das
Lied heiß und innig. Tolle Versionen gibt es auch vom
Dragseth-Duo
und von der ostfriesischen Gruppe
Laway, die eine plattdeutsche Version im Repertoire hat. |
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Ton für Liv
Tom Kannmacher |
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Tom Kannmacher
wird heute eher mit den irischen Uillean Pipes in Verbindung gebracht. In den
70er Jahren galt er jedoch als einer der Erneuerer der Drehleier, die er in der
Deutschfolkszene bekannt machte. Bei ihm hörte Uli dieses Instrument zum ersten
Mal bei einem Studentenkonzert an der Musikhochschule Wuppertal eine Drehleier.
Kannmacher hatte damals gerade mit Jürgen Schöntges zwei legendäre
Deutschfolk-LPs eingespielt, darauf fand sich auch das
Drehleierinstrumentalstück „Ton für Liv“ - das erste Stück, das Uli auf seiner
ersten, selbstgebauten Drehleier erlernte, ein Stück, mit dem er monatelang die
Trommelfelle seiner Familienangehörigen malträtierte und vermutlich deshalb
jahrzehntelang von Familie und Künstler verdrängt wurde.
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Der Graben
Kurt Tucholsky /
Hanns Eisler |
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So schließt sich der
Kreis: Vor 20 Jahren nahmen Mathes und Uli dieses Stück mit ihrer
damaligen Band „Filou“ auf—und erst "vor kurzem" schlug Sängerin
Christine, Tucholsky-Eisler-Expertin,
vor, dieses Stück auch ins Gambrinus-Repertoire aufzunehmen. In der
Kombination mit Cister und Alt-Drehleier gewinnt das Stück eine neue
Dimension. Gültigkeit hat der Text heute mehr denn je—immer noch wird
überall auf der Welt Krieg geführt, immer noch haben die Menschen nicht
verstanden, dass man lieber die Bruderhand über den Graben reichen
sollte.
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Jez Lowe,
Liedermacher aus Durham im Nordosten Englands, beschreibt in dieser Ballade das
Schicksal eines norwegischen Fischerbootes, das in einem Sturm vor der Küste
Northumberlands versank. Die Küstenbewohner bargen die Ertrunkenen und Teile des
Wracks und da sie die Namen der Seeleute nicht kannten, schrieben sie den Namen
des Schiffes — „Bergen“ — auf den Grabstein. Low erzählt die Geschichte aus der
Sicht einer Frau, die Sehnsucht nach ihrem Liebsten hat und sich wundert, wie es
ihm wohl gehen mag. Eine Ballade, wie gemacht für Christines Stimme!
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A‘l entrada del temps clar
Anonym |
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Ein mittelalterliches Lied im Langue
d‘oc, das den Einzug des Frühlings und das Erwachen der Lebensgeister besingt.
Hurra, der Frühling hält Einzug und die Königin ist verliebt! Hoffentlich kommt
der König nicht dahinter.
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